Die Gründung des AfeT verdankt sich den missionarischen Impulsen, die vom Lausanner Kongress für Weltevangelisation 1974 ausgingen. Die Gründer des AfeT ließen sich von der Erkenntnis leiten, dass die evangelistische Praxis und die theologische Reflexion darüber zusammengehalten werden müssen und nicht auseinanderdriften dürfen. Maßgeblich für diese Einsicht waren zum einen die Besinnung auf das Zeugnis der biblischen Texte und der in ihnen vernehmbare Auftrag, verantwortliche Rechenschaft vom Glauben zu geben, zum anderen aber auch die Wahrnehmung der z. T. verheerenden Rückwirkungen der Dominanz kritischer Theologie in Kirchen und Gemeinden, die in Seelsorge und Verkündigung, in Diakonie und Mission spürbar geworden waren. Aufgabe des AfeT und Ziel seiner Arbeit sollte eine biblisch erneuerte Theologie sein. Getragen von den Grundentscheidungen der Reformation, unter Berücksichtigung der Anliegen des Pietismus und der Erweckungsbewegungen und im kritischen Gespräch mit der an den Universitäten gelehrten Theologie sollte ein Beitrag zu einer Erneuerung der Theologie aus dem Vertrauen auf die Wahrheit der ganzen Heiligen Schrift als Gottes Wort in Menschenwort geleistet werden. Um dies zu erreichen, wurden drei Hauptaufgabenbereiche benannt:

  • Die Förderung der Zusammenarbeit und des Informationsaustausches unter evangelikalen Theologen durch theologische Tagungen und Facharbeitsgruppen.
  • Die Förderung evangelikaler theologischer Literatur (besonders durch Vergabe von Druckkostenzuschüssen).
  • Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (besonders durch Vergabe von Forschungsstipendien).

Mit der Bezeichnung des erst seit den 1960er Jahren im deutschen Sprachraum verwendeten Terminus evangelikal sollte nicht primär ein Abgrenzungskriterium definiert, sondern vielmehr die Verbundenheit mit der weltweiten evangelikalen Bewegung betont werden, wie sie sich in der 1846 in London gegründeten Evangelical Alliance und auf dem Lausanner Kongress für Weltevangelisation artikuliert hat. Wie die evangelikale Bewegung insgesamt versteht sich der AfeT als interdenominationell und überkonfessionell. Die Bezeichnung „evangelikal“ steht auch für das Anliegen, die Einheit von Lehre und Leben herauszustellen, für den Dienstcharakter der Theologie gegenüber Kirche und Gemeinde einzustehen, die reformatorische Bindung der Theologie an die Heilige Schrift zu bejahen und die Sendung der Christen zur weltweiten Verkündigung des Evangeliums zu unterstützen.