Die Gründung des AfeT hat ihre Vorgeschichte im Kongress für Weltevangelisation 1974 in Lausanne. Die Initiatoren dieses Kongresses waren sich bewusst, dass der starke missionarische Impuls, der von diesem Kongress ausging, mit einer Theologie der Evangelisation zu verknüpfen sei. Die Zusammenarbeit im Bereich der Theologie wurde als herausragende Zukunftsaufgabe der Evangelikalen bezeichnet. In unmittelbarem Anschluss an den Kongress kam es auf Einladung von John Stott zu einem Treffen einiger Teilnehmer in Chesieres. Dort bestand Einmütigkeit, als europäische evangelikale Theologen enger zusammenzuarbeiten. Es wurde eine Konferenz vorbereitet, die vom 31.8. bis zum 3.9.1976 evangelikale Theologen aus ganz Europa in Leuven-Heverlee zusammenführte. Diese Konferenz wurde die Geburtsstunde der Gemeinschaft europäischer evangelikaler Theologen (GEET) bzw. der Fellowship of European Evangelical Theologians (FEET). Die Tagung ist dokumentiert in
Klaas Runia u. John Stott, Das Himmelreich hat schon begonnen: Reich Gottes in unserer Zeit. Wuppertal: Aussaat 1977.

Bereits bei der ersten Nachkonferenz der deutschen Teilnehmer des Lausanner Kongresses am 5. und 6.12.1974 in Wölmersen wurde der Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) gebeten, Schritte zur Gründung einer „Deutschen Gesellschaft für evangelikale Theologie“ zu unternehmen. Angeregt durch die FEET-Konferenz traf sich im Auftrag der Deutschen Evangelischen Allianz am 16.5.1977 ein Initiativkreis zur Koordination der deutschen evangelikalen Theologen in Frankfurt. Das Ergebnis war die Gründung des „Arbeitskreises für evangelikale Theologie“ (AfeT).

Als Ziel wurde eine biblisch erneuerte Theologie ausgegeben, an der mitzuwirken Aufgabe aller Arbeit des AfeT sein sollte. Als theologische Grundlage für die Zusammenarbeit einigte man sich auf die Glaubensbasis der Deutschen Evangelischen Allianz [Link zur Seite der DEA herstellen]. Die Gründungsversammlung mit Verabschiedung einer Satzung und Wahl eines Vorstandes erfolgte am 11. und 12.11.1977 in Geisweid bei Siegen. Zum ersten Vorstand gehörten als Vorsitzender Helmut Burkhardt, als Stellvertreter Siegfried Liebschner und Dr. Ludwig Rott, als Schriftführer Dr. Helmuth Egelkraut, ferner Dr. Ulrich Betz, Dr. Gerhard Bergmann und Wilhelm Gilbert DD. Als eine der ersten Aktivitäten wurde eine AfeT-Studienkonferenz 1979 durchgeführt.

Seit der Gründung des AfeT vor über 40 Jahren hat sich die Tätigkeit in vielfältiger Hinsicht entfaltet. So wurden jährlich der Johann-Tobias-Beck-Preis für junge Nachwuchsforscher vergeben. In der Zeitschrift etm wird über die aktuellen Aktivitäten des AfeT und seiner Facharbeitsgruppen berichtet. Die Stipendien- und Druckkostenzuschüsse entwickelten sich zu einer nachhaltigen Unterstützung der evangelikalen theologischen Forschung, so dass diese auch im Blick auf die inzwischen entstandene Literatur ein gutes und deutliches Profil gewonnen hat.
Nachfolger Burkhardts als Vorsitzender wurde 1993 der Rektor des Albrecht-Bengel-Hauses in Tübingen, Dr. Rolf Hille. Im September 1997 wurde Dr. Herbert H. Klement als Theologischer Referent des AfeT berufen. Seit September 2013 ist Prof. Dr. Christoph Raedel Vorsitzender.

 

 

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Das Foto zeigt Pfr. Dr. Rolf Hille, Prof. Dr. Christoph Raedel und Pfr. Dr. Helmut Burkhardt im Jahr 2012.

Mehr zur Geschichte des AfeT kann der anlässlich des Jubiläums „25 Jahre AfeT“ im Jahr 2002 in Evangelikale Theologie Mitteilungen (ETM), Heft 8/2 (2002), veröffentlichten Zusammenstellung entnommen werden, dort findet sich ein geschichtlicher Überblick, eine Würdigung der Arbeit im Vorstand und eine Aufstellung der durch Druckkostenzuschüsse und Forschungsstipendien geförderten Arbeiten und Personen.