Der Literaturpreis des AfeT wird seit 1987 jährlich vergeben zur Förderung schriftgemäßer theologischer Literatur. Er wurde zusammen mit den TVG-Verlagen R. Brockhaus und Brunnen gestiftet. Der Johann-Tobias-Beck-Preis 2008 ehrt zwei Forschungsarbeiten zur Ekklesiologie, die Leuvener Dissertation von Stefan Schweyer und die Tübinger Dissertation von Martin Abraham. Beide Arbeiten betonen die Notwendigkeit einer theologischen Begründung der Kirche. Stefan Schweyer nähert sich dem Thema von der Praktischen Theologie her, Martin Abraham argumentiert als lutherischer Pietist im Kontext der Systematischen Theologie. Beide stellen ihre Fragen mit dem Blick auf die aktuelle Gegenwart und im Horizont der Ekklesiologien innerhalb der evangelischen Allianz.
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Stefan Schweyer Theologischer Verlag Zürich 2007 – 470 Seiten Angesichts der religiösen Um- und Abbrüche sind Identität, Ort und Aufgabe der Kirche in der Gesellschaft nicht mehr selbstverständlich und bedürfen der erneuten Reflexion. Anknüpfend an die in neueren praktisch-theologischen Entwürfen vorgeschlagenen Ansätze entwickelt der Autor eine Kirchentheorie, welche kontextuelle Wahrnehmung mit neutestamentlich-theologischen Einsichten verbindet, und gewinnt daraus Leitlinien für die kirchliche Praxis. Als Plädoyer für eine kirchentheoretische Fundierung der Praktischen Theologie trägt die Untersuchung zur aktuellen Grundlagendiskussion bei. Darüber hinaus bietet sie eine Orientierungshilfe zur Ausrichtung ihrer Arbeit im gegenwärtigen religiös pluralistischen Kontext. Der Autor Dr. theol. Stefan Schweyer war Pastor der Freien evangelischen Gemeinden der Schweiz und ist jetzt Dozent für Praktische Theologie an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule Basel. |
Martin Abraham Berlin: de Gruyter 2007 – 601 Seiten Warum und inwiefern ist evangelischer Glaube kirchlich verfasst? Wie verhält sich die im Glaubensbekenntnis genannte Gemeinschaft der Heiligen zur gelebten (oder auch nicht gelebten) Sozialität von Kirche? Und wie ist sowohl theologisch als auch gemeindepraktisch mit bei diesen Fragen etwa auftretenden Spannungen umzugehen? Luther, Troeltsch, Bonhoeffer sowie die zeitgenössische Soziologie sind wesentliche Gesprächspartner. Breiter Raum wird wissenschaftstheoretischen Erwägungen eingeräumt: Eigenart und Abgrenzung der drei Wissenschaften von der Kirche - Systematische Theologie, Praktische Theologie und Soziologie - sollen dadurch genauer beschreibbar und Abwege des Naturalistischen Fehlschlusses oder funktionaler Religionstheorien leichter erkennbar werden. Den Schluss bildet ein konstruktiver Ausblick auf Gestalt, Mitte, Grenzen, Reformabilität und Profil einer gegenwärtig-reformatorischen Kirchlichkeit. Der Autor Pfr. Dr. theol. Martin Abraham ist Pfarrer der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck. |
Die Verleihung des mit 1000 Euro dotierten Preises fand am 12. Dez. 2008 in Dietzhölztal-Ewersbach statt (vgl. auch den idea-Bericht vom 14.12.2008).